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Sicherheitsfragebogen oder geteiltes Lieferantenprofil: Was passt für das Onboarding?

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Ein eigener Sicherheitsfragebogen passt, wenn ein Kunde sehr spezielle Anforderungen an wenige Lieferanten hat. Für die Grundprüfung vieler Lieferanten ist ein geteiltes Profil effizienter: Der Lieferant pflegt Angaben und Nachweise einmal nach einem einheitlichen Katalog, und jeder berechtigte Einkäufer liest sie in derselben Struktur. In der Praxis ergänzen sich beide – das Profil deckt den Standard ab, eigene Fragen das Besondere.

Wie der Fragebogen-Prozess abläuft

Der Einkauf verschickt seinen Fragebogen, oft als Tabelle oder über ein eigenes Portal. Der Lieferant beantwortet ihn, sucht Nachweise heraus und schickt sie per E-Mail. Es folgen Rückfragen, Nachforderungen und Erinnerungen, bis die Akte vollständig ist.

Für den Lieferanten wiederholt sich das bei jedem Kunden – mit anderen Formulierungen für dieselben Fragen. Für den Einkauf sind die Antworten verschiedener Lieferanten schwer vergleichbar, weil jeder die Fragen etwas anders versteht und die Nachweise in unterschiedlicher Form eintreffen.

Wie ein geteiltes Profil funktioniert

Beim geteilten Profil gibt es einen Katalog für alle. Der Lieferant beantwortet jedes Kriterium einmal und lädt den passenden Nachweis direkt dazu. Einkäufer sehen dieselben Kriterien in derselben Reihenfolge, filtern nach ihren Mindestanforderungen und stellen Lieferanten nebeneinander.

Ändert sich etwas – ein Zertifikat wird erneuert, ein Unterauftragsverarbeiter kommt hinzu –, aktualisiert der Lieferant es an einer Stelle. Alle berechtigten Einkäufer sehen danach denselben Stand.

Der Vergleich in fünf Punkten

Aufwand: Der Fragebogen kostet den Lieferanten bei jedem Kunden erneut Zeit, das Profil einmal und danach nur noch bei Änderungen.

Vergleichbarkeit: Fragebögen unterscheiden sich von Kunde zu Kunde; ein gemeinsamer Katalog liefert Antworten auf identische Fragen.

Aktualität: Ein ausgefüllter Fragebogen ist eine Momentaufnahme; ein gepflegtes Profil zeigt den aktuellen Stand, Nachweise mit Ablaufdatum lassen sich nachhalten.

Nachweise: Im Fragebogen-Prozess liegen sie verstreut in Postfächern; im Profil hängen sie am Kriterium, auf das sie sich beziehen.

Individuelle Anforderungen: Hier ist der Fragebogen stark – er fragt genau, was ein Kunde wissen will. Ein Profil braucht dafür eine Ergänzung.

Wann ein eigener Fragebogen trotzdem nötig ist

Für besonders kritische Lieferanten reicht eine Selbstauskunft nach Standardkatalog meist nicht. Branchenspezifische Prüfungen, vertragliche Sonderanforderungen oder ein Audit vor Ort bleiben dann nötig. Auch die rechtliche Bewertung – etwa, ob ein Auftragsverarbeiter hinreichende Garantien nach Art. 28 Abs. 1 DSGVO bietet – trifft immer der Auftraggeber selbst.

Beides kombinieren

Sinnvoll ist eine Arbeitsteilung: Das geteilte Profil liefert die Grundprüfung für alle Lieferanten, eigene Fragen und gezielte Prüfungen decken das Besondere ab. Auf Vendo4u stellen Einkäufer mit bezahltem Zugang ihre eigenen Fragen getrennt vom Trust-Score; die Antworten erscheinen im jeweiligen Lieferantenprofil.

Quellen

  1. § 30 BSIG – Risikomanagementmaßnahmen
  2. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 28

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der Gesetzestext in der jeweils geltenden Fassung.

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